24. November 2017 - 21:09 Uhr
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Día de los Muertos – Der Tag der Toten

Día de los Muertos – Der Tag der Toten

In wenigen Monaten neigt sich das Jahr dem Ende zu. In den späten Herbsttagen wird weltweit an die Toten gedacht. In Mexiko der „Los Día de los Muertos“ oder auch „Día de Muertos“ (Der Tag der Toten).

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Zuckerfiguren – © Tomás Castelaz @ Wikimedia

Vor einigen Jahren lief im NDR ein interessanter und informativer Bericht über den Feiertag, der gezeigt hat, wie die meisten Mexikaner mit dem Tod umgehen. Und genau das fasziniert mich noch heute: Hier Trauer und Gedenken, dort folkloristische Feste.

Im Kontrast zu den meisten anderen Religionen auf der Welt wird bei vielen Mexikaner im Zeitraum von Mitte Oktober (Vorbereitungszeit) bis Anfang November den Toten zu Ehren ein farbenprächtiges Volksfest zelebriert. Mit diesem Fest wird der Tod als fester Bestandteil des Lebens gefeiert und damit enttabuisiert.

Nach altmexikanischem Brauch erscheinen nach dem Ende der Erntezeit die Seelen der Toten aus dem Jenseits, um ihre Verwandten zu besuchen. In der Vorbereitungszeit werden Straßenzüge, sogar ganze Ort mit einer bunten Pracht aus Blumen verziert und mit skurrilen Todessymbolen, Skeletten und Totenköpfen aus Pappmaché, Gips und Zucker versehen. Mit ihnen werden alltägliche Situationen dargestellt, um die nahe Verbundenheit mit den Toten zu symbolisieren. Besonders wird an den letzten Weg der Toten, vom Haus zum Friedhof erinnert, dies in den Farben Gelb und Orange, weil man denkt, dass diese Farben von den Verstorbenen am besten erkannt werden. Oftmals wird ein Teppich aus Blumen, wie der „Flor de Muertos“ (Tagetesart), auch bekannt als „Totenblume“ sowie Ringelblumen und Chrysanthemen gelegt.

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Ofrenda Día de muertos – © Aurelio MG @ Wikimedia

Das Wiedersehen wird mit viel Musik, Tanz und viel gutem Essen zelebriert. Die „Ofrendas“, die traditionellen Totenaltäre/Gabentische, bilden dabei den Mittelpunkt der ganzen Zeremonie und bieten neben den reichlichen Speisen, Getränken und der auffälligen Dekoration auch viele persönliche Erinnerungsstücke des Verstorbenen wie u.a. Bilder.
In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November werden die Seelen der Verstorbenen Kinder – der Angelitos – (kleinen Engel) erwartet. In der darauffolgenden Nacht kommen die Seelen der erwachsenen Verstorbenen hinzu. Das Fest endet zur Verabschiedung aller Verstorbenen mit einer großen Feier auf dem Friedhof. Dort wird weiterhin viel gegessen und getrunken, damit die Toten gut gestärkt wieder ins Jenseits zurückkehren können.

Wir hier in Europa trauern mit Schmerz und Tränen, die Mexikaner bringen das mit einem Fest zum Ausdruck. Sie sehen den Tod als Teil des Lebens an, der nicht das ewige Ende ist.

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Flor de muertos – © Wasquewhat @ Wikimedia

Es ist faszinierender Brauch, aber zugleich sehr abstrakt aus meiner Sicht und meiner Erziehung/Religion. Es wäre sicherlich sehr spannend, einem solchen Fest beiwohnen zu können. Ob man sich darauf so einfach einlassen kann, bliebe abzuwarten. Aber ich denke, es würde uns allen sehr helfen, wenn wir nur einen Teilen davon übernehmen könnten, statt zuweilen sogar an dem Verlust zu zerbrechen, denn dieser Mensch wird, auch wenn nur in unseren Gedanken und Herzen, für immer bei uns sein. Und wenn man sich es einmal vorstellt, wirkt es doch sehr viel trostspendender, mit lachenden Augen und voller Freude an diese Menschen zu denken oder? Eure Kommentare sind sehr erwünscht!

 

 

Die angegeben Informationen stammen aus den von mir recherchierten Quellen/Material und dem TV Bericht. Die Zusammenstellung erhebt daher keinen Anspruch auf 100% Vollständigkeit und Richtigkeit.

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2 Kommentare

  1. Feste sind immer gut, aber ich denke trotzdem nicht das nach dem Tod irgendwas kommt.

    Trotzdem, feiern geht immer 😉

    Liebe Grüße
    Justine

  2. Ja, der Dia de los Muertos ist wahnsinnig spannend und faszinierend. Ich würd da echt gern mal dabei sein.

    Was die Trauer hierzulande angeht, fällt mir irgendwie nur ein: „Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, daß es sterben wird. Die Verdrängung dieses Wissens ist das einzige Drama des Menschen.“ – Friedrich Dürrenmatt

    Gruß, Mary

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